Wie man einer Katze beibringt, auf die Toilette zu gehen

(aus dem amerikanischen übersetzt von FELIDAEanerin Lydia Chikami, Winter Park, Florida)

Es gibt sehr viele Bücher über das Thema "Toiletten Training für Katzen". Im Sommer 1989, als Misha noch ganz klein war- mit großen Ohren und genug "MIAU" für fünf Katzen- habe ich danach gesucht und ungefähr ein halbes Dutzend davon gelesen. Dann habe ich es selbst ausprobiert und entdeckt, dass in all den Büchern etliches nicht erwähnt wurde.
Manche Ratschläge waren unpraktisch, manche unnötig. Manches davon war sehr vernünftig und hat gut geklappt. Natürlich hängt vieles von der einzelnen Katze ab, d.h. von ihrer Persönlichkeit und wie klug sie ist. Nachfolgend meine Erfahrungen, die für mich und Misha funktioniert haben.
Die Grundidee ist, dass die Umstellung vom Streukästchen zur Toilette in mehreren Etappen stattfindet. Man nimmt immer nur eine kleine Änderung vor, und dann gibt man der Katze Zeit, sich daran zu gewöhnen, bevor man eine weitere kleine Veränderung vornimmt. Falls es passiert, dass ihr Felix aufgibt und auf den Teppich pinkelt, ist er zu schnell zu sehr gedrängt worden. Dann muss man ein-zwei Stufen zurück, und es erneut aber langsamer versuchen.
Bei den folgenden Anweisungen bitte ich, das Wort "PAUSE" so zu verstehen:
Eine Zeit lang, so zwischen einem Tag und einer Woche nichts weiter tun, abhängig davon, wie die Katze auf die Änderung reagiert. (Misha hat es sehr schnell begriffen und war innerhalb von zwei Wochen vollkommen umgestellt; viel schneller als es die Bücher beschrieben hatten).
Das Wichtigste, was zu beachten ist: Den Toilettendeckel auf, Sitz runter. Am Besten hängt man sich eine Notiz hinter die Tür oder an den Toilettendeckel, damit es auch andere Hausbewohner oder Gäste nicht vergessen. (Neuerdings, wenn Gäste zu Besuch sind und der Deckel zu ist, kommt Misha zu mir und verlangt, den Deckel wieder auf zu machen. Man kann das aber nicht von jeder Katze erwarten. Außerdem benutzt er die Toilette jetzt schon seit mehr als sechs Jahren. Als die ganze Idee noch neu für ihn war, hat er dann einfach in die Badewanne gepinkelt!) Und falls man gewöhnt ist, die Tür zum Badezimmer zu schließen, muss man diese Gewohnheit auch ändern.

Man fängt damit an, das Katzenklo von dem gewohnten Platz weg zu nehmen, und es neben die Toilette zu stellen. Sicherstellen, dass die Katze auch weiss wo es ist und es auch benutzt.
!!!PAUSE!!!
Als Nächstes nimmt man einen Stoss Zeitungen, einen niedrigen Karton oder ein Telefonbuch, und stellt es unter das Katzenklo, damit es um etwa 3cm erhöht wird. (Keine Zeitschriften nehmen, sie sind zu rutschig, und könnten die Katze irritieren. Notfalls alles mit Klebstreifen befestigen).
!!!PAUSE!!!
Katzenklo wieder um ein paar Zentimeter höher stellen.
!!!PAUSE!!!
Diesen Vorgang weiterführen, bis der Boden des Katzenklos so hoch wie der Sitz der Toilette ist. (Bei Misha habe ich es fast täglich um 5 Zentimeter erhöht.)

So kann die Katze am Anfang einfach in ihr Kästchen reinsteigen, später wird sie reinspringen, bis zu dem Zeitpunkt, an dem sie auf die Toilette springt und von da aus in das Kästchen steigt. Natürlich war bei mir der Toilettendeckel immer offen, und der Sitz nach unten, so dass Misha dran gewöhnt war, sich auf der offenen Toilette zu bewegen.
Jetzt nimmt man den Sitz hoch und misst den inneren Durchmesser der Toilette an der breitesten Stelle. Man kauft eine Metallschüssel, die den gleichen Durchmesser hat. Auf keinen Fall eine Plastikschüssel nehmen! Eine Plastikschüssel hält das Gewicht der Katze nicht aus, biegt sich und fällt in die Toilette und erschreckt damit die Katze!
Jetzt rückt man das Katzenklo so, dass es direkt über dem Toilettensitz steht. (Falls die Katze sich während der Veränderung zögernd verhält, kann man das in zwei Etappen machen. Erst rückt man es halb hin, dann schließlich ganz.) Den Stoss Zeitungen oder die Kiste dann ganz weg nehmen.
!!!PAUSE!!!
Jetzt kommt der beste Teil. Das Katzenklo ganz wegnehmen. Die Metallschüssel in die Toilette einsetzen, und den Sitz herunterklappen. Etwa 5 cm Katzenstreu in die Schüssel füllen. Aufpassen, wenn die Katze ihr Klo benutzt, die Pfoten zählen, die oben auf dem Sitzt stehen, (im Gegensatz zu denen, die unten in der Schüssel im Streu stehen) Glück gehabt, wenn mehr Pfoten oben drauf stehen, um so leichter wird es jetzt gehen, weil man der Katze nämlich jetzt beibringen muss, wie sie sich hinsetzen soll. Anfangs so viel wie möglich aufpassen, wenn sie das Klo benutzt, um ihr zu zeigen, wo die Pfoten stehen sollen. Katze aus der Schüssel hoch heben und auf den Sitz stellen. (Vorderpfoten in der Mitte, Hinterpfoten außen) Falls drei oder gar vier Pfoten in der Schüssel stehen, erst die Vorderpfoten rausnehmen. Jedes Mal immer sehr loben, wenn sie in dieser Stellung fertig gemacht hat.
Misha ist in dieser Beziehung sehr hundeähnlich, und will viel gelobt werden. Falls es ihrer Katze gleichgültig ist gelobt zu werden, kann man sie auch mit einem ganz besonderen Leckerli belohnen. Das muss man aber später, wenn das Training beendet ist, wieder abgewöhnen. Diese Belohnung so selten wie möglich in anderem Zusammenhang benutzen.
Wenn die Katze dann regelmäßig- vordere Pfoten aus der Schüssel heraus- die Toilette benutzt, (manche Katzen fangen gleich so an) nimmt man dann erst eine der hinteren Pfoten heraus, und stellt sie auf den Sitz neben die vordere Pfote. Felix findet das zuerst ungewohnt, und wird die Pfote wieder in die Streu stellen, aber da muss man beharrlich sein. Wenn´s sein muss, viermal hinter einander die Pfote heraus nehmen, bis sie da bleibt.
Loben und/oder belohnen. Mit der anderen Hinterpfote wiederholen, bis die Katze gelernt hat sich in dieser Stellung zu balancieren. (Dabei gibt es hier tatsächlich zwei Stellungen, eine niedrig, um Urin zu lassen, eine höher, um "große Geschäftchen" zu machen.) Wenn erst einmal alle vier Füsse regelmässig auf dem Sitz stehen, kommt der schwierigste Teil.
Denn was jetzt kommt, ist am unangenehmsten. Ich schlage vor, diesen Teil zu verschieben, bis mindestens ein Wochenende, oder besser noch, ein paar Tage mehr zur Verfügung stehen, wobei man die meiste Zeit zu Hause ist. Bei uns hat es nur zwei Tage gedauert, und ich hoffe nur, dass es bei ihrer Katze auch so schnell gehen wird.
Man fängt damit an, das Katzenstreu zu reduzieren. Man schreitet so schnell vor, wie es die Katze erlaubt. Denn je weniger Streu, um so erheblicher wird der Geruch. Zu dem Zeitpunkt ist man besser zu Hause, damit man die Katze loben kann sobald sie fertig ist, und gleichzeitig den Inhalt der Schüssel sofort ausleeren kann. Nicht nur, um den Geruch zu beseitigen, sondern auch um zu verhindern, dass die Katze im "verwirrten" Zustand versucht, das Geschäftchen mit Streu zu bedecken, die ja jetzt nicht mehr da ist. Und auch, damit sie auch nicht mit schmutzigen Pfoten durchs Haus läuft.
Eines Tages ist dann nur noch eine winzige Menge Streu in der Schüssel. Das nächste Mal, wenn die Schüssel geleert und gespült wird, füllt man eine kleine Menge Wasser hinein. Nach und nach mehr Wasser in die Schüssel geben.
Daran denken: Falls die Katze nervös wird, und es so aussieht, als ob sie von der ganzen Sache genug hat und aufgibt und ihr "Geschäft" z.B. Hinter der Tür erledigt, muss man ein paar Trainingsstufen zurück, und erneut, aber etwas langsamer weiter machen. Bis man eines Tages die Metallschüssel entfernt und die blanke Toilettenschüssel ha t- Deckel hoch, Sitz herunter!
Und dann: Voila! Ihre Katze ist trainiert auf die Toilette zu gehen!

Original gefunden unter: www.rainfrog.com/mishacat/toilet.shtml
Ausserdem zum Thema (englisch): www.felineevolution.com

     
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